Projekt
Mannheimer Kirchen
und Lebensmittelmärkte
Mannheim steht unter Wachstumsdruck und leidet wie viele andere Städte unter einem Mangel an verfügbaren Grundstücken für die Innenentwicklung. Um dem zu begegnen wird in dem Vorhaben das Potenzial urbaner Obsoleszenzen untersucht.
Konkreter Untersuchungsgegenstand sind Standorte und Akteursnetzwerke von Kirchen sowie von Lebensmittelmärkten in Mannheim, die auf unterschiedliche Weise ein solches Potenzial aufweisen: Bei den Kirchen werden zunehmend Gebäude auf Grund des Mitgliederschwundes obsolet. Bei den Lebensmittelmärkten besteht dagegen ein Missverhältnis zwischen gestiegenen Bodenpreisen und aktueller baulicher Dichte. Damit soll je eine Akteursgruppe mit gemeinwohlorientierter Ausrichtung und eine Akteursgruppe mit marktorientierter Ausrichtung untersucht werden. Ziel ist es, deren Interessen, Zwänge und Motive zu verstehen. Aufbauend darauf werden zwischen den Praxispartnern und der Stadt Mannheim konkrete, kooperative Modelle im Umgang mit deren Grundstücken entwickelt sowie übertragbare Ansätze mit sozialer Innovation. Diese werden abschließend in einem Quartier unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft in einem Praxistest überprüft. Kern der sozialen Innovation ist das Aushandeln gemeinwohlorientierter Governance- und Baulandmodelle für die Flächen, für die eine Neuprogrammierung ansteht.
Ziel des Projektes ist der Aufbau von Transformationsclustern zu den beiden möglichen Pfaden der Innenentwicklung Mannheims; die Erhebung empirischer Daten zu städtischer Dichte, Bodennutzung und CO2 Verbrauch; methodische Untersuchungen zu deren tatsächlichem Potenzial sowie zu deren Übertragbarkeit in andere städtische Kontexte.
Team
Universität Kassel
Elias Eichhorn
Projektkoordinator
Studentische Hilfskraft
Evangelische Kirche Mannheim
Daniel Koch
Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften
Tabea Storch
Projektmanagerin
Carola Goldmann
Projektassistenz
Stadt Mannheim
Helga Dieringer
Abteilungsleiterin Städtebauliche Planung
Maik Bruss
Projektmanager, Städtebauliche Planung
Jochen Tölk
Verbindliche Bauleitplanung ll, Städtebauliche Planung
Georg Klumpp
Stadtentwicklung
Jörg Schrader
Sachgebietsleitung Stadtentwicklungsplanung
Expertenbeirat
Zum Abschluss jeder Arbeitsphase wird ein dreiköpfiger Expertenbeirat aus Stadtentwicklung, Architektur und Immobilienwirtschaft einberufen, der die erzielten Ergebnisse kritisch reflektiert und kommentiert. Mit ihm soll ausgewertet werden, in welchem Maße die Ziele erreicht wurden und wie das Forschungsprojekt ggfs. nachjustiert werden kann. Über den Austausch mit dem Expertenbeirat wird auch die Wirkung des Projekts überprüft.
Referenzkommunen
Als Korrektiv zum internen Forschungsprozess zwischen den Praxispartnern und der Universität Kassel sowie zu den erarbeiteten Ergebnissen sind zwei Kommunen als Referenzen und Reflexionsebene eingebunden. Für das Themenfeld Kirche und Lebensmittelmarkt steht jeweils eine Referenzkommune für den fachlichen Austausch zur Seite. Diese Kommunen verfügen bereits über Erfahrungen und Strategien im Umgang mit kirchlichem Leerstand oder in der Grundstücksentwicklung mit Lebensmittelmarktbetreibern. Diese Erfahrungen fließen in den Forschungsprozess ein und gleichzeitig werden Erkenntnisse aus Mannheim in andere Kommunen transferiert. Im Sinne eines Reallabors lernen die Kommunen durch diesen Austausch voneinander und miteinander.
Immobilienökonom:innen
Zu ökonomischen Fragestellungen wird punktuell ein:e Immobilienexpert:in hinzugezogen. Außerdem werden externe Gutachten beauftragt und in den Forschungsprozess eingespielt.